
Das kleine römische Dolomitenstädtchen im Osttiroler Talboden erstreckt sich 5 km östlich von Lienz im Bereich der Straßenbrücke, welche den eisigen Gebirgsbach Debant überquert, größtenteils auf dem Gemeindegebiet von Dölsach.
Vor dem Ersten Weltkrieg begannen die Ausgrabungen, die das Bild einer organisch gewachsenen Siedlung, also keine Reißbrett-City erbrachten. Schon um Christi Geburt, also in den ersten Römertagen, bestand anstelle der späteren Stadt eine Brückenmautstelle, wo sich bald eine kleine Händlerschar mit Buden und Kaufhäusern niederließ, die Keimzelle Aguntums.
Ein reicher Kaufherr z.B. ließ sich am Stadtrand ein echtes Atriumhaus nach südlichem Muster erbauen, das, heute zu einem beachtenswerten Grabungsmuseum adaptiert, eine ungefähre Vorstellung seiner einstigen Größe sehr instruktiv vermittelt.
Nicht weit davon entfernt hatten Handwerker der metallverarbeitenden Branche ihr Zunftviertel. Kleine Werkstätten, Straßenläden und Privatwohnungen, jedoch mit Unterbodenheizung ausgestattet, gehören zur Standardausführung der Häuschen.


Vom hohen Niveau antiker Badekultur künden auch die Ruinen der Stadtthermenanlage, die alle wichtigen Räumlichkeiten wie Umkleideräume, Kalt- und Warmwasserstuben, Schwitzbad und Aufenthaltsräume unter einem Dach vereinigte.
Auf dem angeschlossenen Sportplatz konnten die Badegäste ihre Körper trainieren.
Eine sehr eindrucksvolle Ruine ist weiter die mächtige Stadtmauer mit ihrer zweischaligen Toranlage. Sie besteht aus einer schnurgeraden Doppelmauer und ist mit einer Talsperre zu vergleichen.
Man nimmt an, dass sie ursprünglich ein Repräsentativbau gewesen ist, der dann später für Verteidigungszwecke diente.
Eine frühchristliche Kirche sowie eine kleine Grabkapelle bestätigen die literarischen Nachrichten über den Bischof von Aguntum.