
„Die Säge muss bis 1. Juli 1884 fertiggestellt werden, eben in selber Zeit d.h. längstens 1 1/2 Jahre nach jeder größeren Beschädigung oder gänzlichen Zerstörung wieder gebaut werden“, heißt es im Protokoll zur Sitzung vom 5. Mai 1883, die den Entschluss „zur Bewilligung und zum Baue und Betriebe einer Brettersäge“ erbrachte.
Im Jahre 1951 wurde die Säge durch einen Lawinenabgang zur Gänze zerstört, ist aber im selben Jahr wieder aufgebaut worden. 1968 war die Wegelate Säge zum letzten Mal in Betrieb. Dem Villgrater Heimatpflegeverein war es ein großes Anliegen, dieses einzige und letzte Venezianer-Sägewerk weitum nicht verfallen zu lassen. Die Säge wurde dann vorerst einmal unter Denkmalschutz gestellt.
Durch verschiedene schwierige Besitzver-hältnisse konnte der Villgrater Heimapflege-verein erst im Jahr 1993 die zerfallene Säge am Eingang des Arntales in einer Zeit von 5 Monaten wieder stilgetreu herstellen. Der Venezianergatter mit 3 Antriebsvorrichtungen (Abkopfsäge, Kreissäge und Gatter) wird durch die Zufuhr von Wasser auf einer Wiere mit eigenen Antriebsrädern (Wellebaum) angetrieben.
Im Jahre 1994 war die Wegelate Säge im Rahmen der Villgrater Kulturwiese Ausgangspunkt für eine Komposition des Osttiroler Komponisten Wolfgang Mitterer: „Waldmusik für ein venezianisches Sägewerk“, zuhören auf der CD „mimemata“, olongapo Nr. 007/1994.
Faktum ist:
Der Villgrater Heimatpflegeverein wollte die Wegelate Säge nicht verfallen lassen. Mit Hilfe öffentlicher Mittel wurde das einzige und letzte Venezianer-Sägewerk weitum in Stand gesetzt. Im Frühjahr 1999 wurde die Wegelate-Säge und alle Helfer mit ihr – mit dem renommierten EUROPA NOSTRA AWARD ausgezeichnet. Die Begründung der Jury lautete: „Für die technisch einwandfreie Renovierung eines Industrie Denkmals unter Einsatz wertvoller freiwilliger Arbeit“.Im Jahr 2000 erhielt der Villgrater Heimatpflegeverein auch den HENRY FORD UMWELTPREIS.